8 Tipps für mehr Sichtbarkeit in der KI (und was Unternehmen dafür tun sollten)

von Vivian Stürmann, Geschäftsführerin/Gesellschafterin zeron GmbH / Agentur für PR & Content

Über 50 Prozent der Internetnutzer verwenden inzwischen generative KI für Suchanfragen.* ChatGPT, Claude, Perplexity, Gemini oder Copilot entscheiden zunehmend darüber, wer oder was in einer KI-Antwort vorkommt. Wer nicht in den relevanten Quellen präsent ist, hat geringere Chancen, in KI-Systemen sichtbar zu werden.

Die für Kommunikatoren entscheidende Veränderung durch KI ist nicht allein, dass sich mit ihr Texte und Bilder erzeugen lassen. Die noch viel entscheidendere Veränderung ist, dass KI Sichtbarkeit filtert und komprimiert.

KI-Systeme greifen dabei bevorzugt auf Online-Quellen verschiedener Art zurück, die verständlich, strukturiert, inhaltlich klar und vertrauenswürdig sind. Und genau da kommt die PR ins Spiel.

PR wird zu einem wesentlichen Katalysator für Sichtbarkeit in der KI-Welt. Dabei geht es nicht einfach um „mehr PR“, sondern um gezielte, KI-optimierte PR.

Weil PR die Basis für KI-Sichtbarkeit ist.

Hier sind die aus meiner Sicht wichtigsten Hebel:

#1. Überlassen Sie GEO nicht allein dem Digital-Team!


SEO bleibt die technische und inhaltliche Basis für digitale Sichtbarkeit – und das ist unverändert eine wichtige Grundlage für die KI-Suche. In der KI-Welt geben allerdings nicht Keywords und Rankings den Ton an, sondern andere Faktoren.

Genau hier setzt GEO (Generative Engine Optimization) an: nicht als Ersatz für SEO – mehr als Erweiterung. Inhalte müssen auffindbar und zugleich crawlbar, klar strukturiert, fachlich belastbar und snippet-fähig sein. Sie sollten Fragen präzise beantworten, Zusammenhänge erklären und als verlässliche Quelle erkennbar werden. Und das ist PR-Hoheitsgebiet.

GEO gehört deshalb in erfahrene PR-Hände und nicht ausschließlich ins Digital-Team!

#2. Denken Sie in Fragen & Antworten statt in Produkten.


Die klassische Suchlogik bei Google ist stark positionsgetrieben: Wer es auf die erste Seite schafft, hat Sichtbarkeit. In KI-basierten Such- und Antwortsystemen verschiebt sich diese Logik fundamental. Sichtbarkeit entsteht hier nicht durch ein gutes URL-Ranking. Sie entsteht dadurch, dass eine Quelle in eine KI-Antwort einfließt, dort zitiert oder verarbeitet wird.

Entscheidend dafür ist Content, mit dem die KI Antworten auf Fragen der Nutzer produzieren kann. Und das ist ein Perspektivwechsel – weg von der Produktpräsentation hin zur Nutzerzentralisation!

Die Aufgabe für Unternehmen: die Fragen und Themen zu definieren, die aus Nutzer-/Zielgruppensicht relevant sind.

#3. Machen Sie Ihre Website zur verlässlichen KI-Quelle.


Mit KI gewinnen Website und Pressebereich an Bedeutung. Sie sind eine zentrale Quelle, aus der die KI ihr Wissen bezieht. Inhalte zu Produkten, Leistungen, Themen oder Positionen sollten darum so aufbereitet sein, dass die KI-Systeme sie gut indexieren können.

Entscheidend dafür ist auch die inhaltliche Qualität. KI-Systeme bevorzugen klar strukturierte, informationsdichte und gut zitierbare Inhalte. Das bedeutet: keine Werbeaussagen, kein Marketingsprech!

Denn KI-Sichtbarkeit entsteht nicht dort, wo am meisten zu einem Thema veröffentlicht ist, sondern dort, wo es die eindeutigsten Informationen oder Antworten auf Fragen gibt.

Und das sollte auf Ihrer Website sein!

#4. Geben Sie Ihrem Content Kontext.


SEO bleibt wichtig – auch für die KI-Suche, das bestätigt Google. Dennoch reicht es nicht, einen Suchbegriff möglichst oft oder prominent unterzubringen. Relevant für die KI ist vor allem Content mit Erkenntnis- und Nutzwert, der Fragen beantwortet.

Besser sicht- und indexierbar sind deshalb Inhalte, die ein Thema in einen Kontext stellen. Bedeutet konkret: Eine Produkt-/Leistungsbeschreibung wird ergänzt um Anwendungsbeispiele, Referenzen, Experten-Statements, Fachbeiträge, Zahlen und Fakten, Medienberichte oder FAQ.

Merke: Wer in Kontext denkt, baut Zitierfähigkeit auf. Und genau diese Zitierfähigkeit wird in der KI-Welt zur neuen Währung für Sichtbarkeit.

#5. Texten Sie KI-freundlich.


KI mag besonders gern Texte, die gut strukturiert sind und klare Antworten geben. Längere Texte sollten durch aussagekräftige Zwischenüberschriften gegliedert sein, ein Absatz ungefähr 100 bis 150 Wörter umfassen und die Sprache redaktionell sein.

FAQ erfahren mit KI eine Renaissance, weil sie nach dem Frage-/Antwort-Schema genau so aufgebaut sind, wie die KI es braucht. Wichtig dabei: Mögliche Nachfragen gleich mitzuliefern, weil die Erfahrung zeigt, dass User verstärkt in die Tiefe gehen.

Die beste Vorlage ist die KI selbst. Schauen Sie sich an, wie Texte dort aufgebaut sind – und adaptieren Sie das für Ihren KI-Content.

#6. Nutzen Sie PR als Katalysator für KI-Sichtbarkeit.


Sichtbarkeit in der KI entsteht auch durch glaubwürdige Drittquellen. Zentral dafür: Die klassischen, etablierten Medien. Selbst, wenn ihre Reichweiten sinken – ihre Relevanz steigt. Weil sie von KI als höherwertige und vertrauenswürdige Quellen angesehen werden.

Die klassische Pressearbeit wird so zum Katalysator für KI-Sichtbarkeit. Medienberichte über Produkte, Produkttests, Rankings, Fachartikel, Gastbeiträge oder Statements stärken die Glaubwürdigkeitsreputation und damit die Chance, von der KI mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit als „relevant“ eingestuft zu werden.

Earned Media ist und bleibt deshalb ein strategischer Hebel. Für PR-Sichtbarkeit ebenso wie für KI-Präsenz.

#7. Investieren Sie gezielt in Paid Media.


Was viele nicht wissen: Auch Paid-Media-Formate wie Advertorials, Whitepaper oder Präsenz in Newslettern zahlen auf das Konto der KI-Sichtbarkeit ein. Einzige Voraussetzung: Es gibt keine Paywall.

Eine besonders starke Beachtung finden bei Gemini, ChatGPT & Co. Produkttests – übrigens nicht nur die Klassiker! Aber auch hochwertige Presseportale erfahren aktuell eine deutliche Aufwertung.

Botschaft Nr. 1: PR-Budgets und Media-Spendings in der PR müssen vor diesem Hintergrund neu bewertet werden, wenn Reichweite der Relevanz weichen muss.

Botschaft Nr. 2: Paid Media kann ein wertvoller und wichtiger Booster für KI-Präsenz sein.

#8. Integrieren Sie Social Media in die KI-Strategie.


KI-Systeme suchen gezielt nach Expertenmeinungen, Erwähnungen und Nutzerdiskussionen, die in die KI-Antworten einfließen. Deshalb werden Inhalte auf LinkedIn, YouTube, Reddit, X und in Fachforen immer wichtiger.

LinkedIn gilt dabei als besonders relevant. KI erkennt Expertenprofile, Thought Leadership, Unternehmensbeiträge, Fachartikel und Diskussionen, sofern die Profile öffentlich sind. Das beste Format für KI-Sichtbarkeit sind LinkedIn-Artikel, da sie in der Regel mehr in die Tiefe gehen und Kontext bieten. Zu den meistzitierten Domains gehört übrigens YouTube. Eine geringere Bedeutung für die KI-Indexierung haben dagegen Instagram und Facebook.

Was das bedeutet? Dass Social Media ein fester Bestandteil der KI-Strategie sein sollte.

*Quelle: Bitkom (2025): Künstliche Intelligenz im Alltag: Nutzung und Einstellungen in Deutschland, Studienbericht, online unter: www.bitkom.org (abgerufen am 11. Juni 2026).

Sie finden die 8 Tipps für mehr KI-Sichtbarkeit spannend? Dann freue ich mich auf Ihr Feedback oder Ihren Kommentar.


Vivian Stürmann
Geschäftsführerin / Gesellschafterin

v.stuermann@zeron.de
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